EU-AE
Hinweis
  • DB function failed with error number 1064
    You have an error in your SQL syntax; check the manual that corresponds to your MySQL server version for the right syntax to use near 'TYPE=MyISAM' at line 1 SQL=CREATE TABLE IF NOT EXISTS jos_cdattachments (`id` INT(11) UNSIGNED NOT NULL AUTO_INCREMENT,`articleid` INT(11) UNSIGNED NOT NULL,`userid` INT(11) UNSIGNED NOT NULL,`file` VARCHAR(255) NOT NULL DEFAULT '',`title` VARCHAR(255) NOT NULL DEFAULT '',`desc` MEDIUMTEXT DEFAULT '',`type` VARCHAR(255) NOT NULL DEFAULT '',`size` INT(11) UNSIGNED NOT NULL DEFAULT 0,`access` INT(11) UNSIGNED NOT NULL DEFAULT 0,`password` VARCHAR(255) DEFAULT '',`published` INT(11) UNSIGNED NOT NULL DEFAULT 0,`created` DATETIME DEFAULT '0000-00-00 00:00:00',`modified` DATETIME DEFAULT '0000-00-00 00:00:00',`modifiedby` INT(11) DEFAULT 0,`downloaded` INT(11) DEFAULT 0, PRIMARY KEY (`id`)) TYPE=MyISAM;

Erfahrungsbericht einer Fachberaterin für Natürliche Empfängnisregelung

Aktuelles

„Es ist eine wissenschaftliche Tatsache, dass die meisten Tage im Zyklus der Frau unfruchtbar sind.“ so Prof. Dr. Rötzer. Doch welche Frau kennt diese Tatsache? Seit mehr als 15 Jahren arbeite ich mit Frauen und Mädchen auf dem Gebiet der Natürlichen Empfängnisregelung und nur sehr wenige wissen etwas über ihren Zyklus. Woran liegt das?

Da mein Mann und ich drei Töchter haben und diese am Biologieunterricht teilnahmen, habe ich eine der Ursachen schnell benennen können. In unserem Biologieunterricht landauf, landab wird der Zyklus der Frau oberflächlich und oft falsch dargestellt. Das 28-Tage-Schema mit dem Eisprung am 14. Tag wird immer wieder propagiert, die Blutung als das Ereignis im Zyklus dargestellt und oft als „Zyklus verkauft“. Ausführlich hingegen wird über die gesamte Palette der Verhütungsmittel referiert, Klassenarbeiten darüber geschrieben und so bleibt das Verhütungswissen in den Köpfen der Mädchen hängen. Die „Verhütungskiste“ ist dann bei Bedarf schnell geöffnet und die Mädchen lassen sich die Pille verschreiben. Denn der Zyklus der heranwachsenden Jugendlichen ist ein so undurchsichtiges, nicht annehmbares „Etwas“, das die Frau eben nur mit Verhütung in den Griff zu bekommen scheint.

Wenn die Zeit zwischen zwei Blutungen zu einer unbekannten Größe wird, dann brauchen Heranwachsende und Erwachsene einen Fachmann/-frau, der/die diese Zeit anscheinend beherrscht. Die Gynäkologie macht es möglich, dass die unbekannte Größe zu einem behandlungsbedürftigen Zeitraum wird und damit eine wechselseitige Beziehung zwischen dem Mädchen/der Frau und der Gynäkologie entsteht, die einen sehr langen Zeitraum umfassen kann. Sicherlich spielen bei der Beantwortung der oben aufgeworfenen Fragen noch andere Faktoren eine Rolle. Ich gehe in diesem Artikel von meinen Erfahrungen mit dem Biologieunterricht meiner Töchter, meinem Beratungsfeld und Erfahrungen während meiner Kurse aus. Es sieht also so aus, als ob wir schon sehr früh unsere Mädchen mit falschem Wissen ausstatten. Nach den neuesten Lehrplänen des Kultusministeriums beginnt der Biologieunterricht seit ein paar Jahren schon in der 7. Klasse mit der „Sexualaufklärung“. Das heißt, unseren 12-13 jährigen Kindern wird von Verhütungsmitteln erzählt. Sie werden aufgefordert ein Kondom über eine Banane zu ziehen und den Mädchen wird regelrecht „eingehämmert“, dass der Zyklus 28 Tage lang zu sein hat und der Eisprung am 14. Zyklustag passieren wird (!). Die Mädchen erleben dagegen etwas anderes, denn ihr Zyklus ist zu Beginn der Pubertät und während der Pubertät eben nicht 28 Tage lang. Genauso irrig ist es zu glauben, dass mit Eintritt der ersten Blutung die Pubertät abgeschlossen sei und dass das Mädchen nun eine „reife Frau“ sei. Schon 14jährige Mädchen werden mit „Frau“ angesprochen. Und wem wundert es dann, wenn jungendliche „Frauen“ leben möchten wie erwachsene Frauen und auch alles mitmachen möchten – Rauchen, Pille nehmen, Sex haben. Die Arbeit mit Jugendlichen hat mir gezeigt, dass die Mädchen durch diese Fehlinformationen keinen Zugang zu ihrem Körper und zu ihrem Zyklus erhalten. Die Mädchen fangen an zu glauben, sie seien nicht „normal“, wenn sie keine 28-Tage-Zyklen haben. Und wer gibt schon gerne zu, dass er/sie nicht normal ist?! Also wird der Mantel des Schweigens darüber gelegt und die „gynäkologische Spirale“ kann in Gang gesetzt werden.
Die vom Mädchen zur Frau gereiften Erwachsenen, welche dann an meinen Kursen für Natürliche Empfängnisregelung teilnehmen, haben oft einen langen Leidensweg hinter sich. Sie sind traurig, dass sie die NER nicht schon als Heranwachsende kennen lernen durften.

In persönlichen Beratungsgesprächen erfahre ich von den Klientinnen immer wieder wie leichtfertig die Gynäkologie mit synthetischen Hormonen jongliert. Und wie einfach junge Mädchen an die „Pille“ gekommen sind und welche medizinische Indikationen ausschlag- gebend für den Gynäkologen waren, um Verhütungsmittel ganz jungen Mädchen zu ver- schreiben. An erster Stelle steht da die pubertäre Zyklusregulierung. Dort finden wir jetzt ein „Pilleneinstiegsalter“ von 12 Jahren. Durch die Gabe von synthetischen Hormonen in Form einer Anti-Baby-Pille wird massiv in die pubertäre Entwicklung des Mädchens eingegriffen. Ich kann nicht glauben, dass ein studierter Mediziner vor dieser schwerwiegenden Tatsache die Augen verschließen kann. Die gravierenden Folgeschäden dieser Praxis werden in einem hoch interessantem Buch von Roland Süßmuth „Empfängnisverhütung – Fakten, Hintergründe, Zusammenhänge“ hinlänglich beschrieben.

Anhand dieser Situation ist es offensichtlich mit welchen Problemen wir es in Zukunft bei der Frage des Kinderwunsches zutun haben werden. Gerade bei Kinderwunsch habe ich im Beratungsdienst die seltsamsten Behandlungsmethoden kennen lernen dürfen. Es ist mir nicht erklärlich, wie man eine Frau mit Kinderwunsch behandeln kann, ohne ihren Zyklus zu kennen und wie ohne Hilfe von sympto-thermalen Zyklusaufzeichnungen eine sichere Diagnose gestellt werden kann. Es ist leider noch immer gängige Praxis, dass mancher Gynäkologe zu Temperaturaufzeichnungen rät, dann aber die falschen Schlüsse daraus zieht. Da geht es z.B. um einen so genannten Temperatursprung, aus dem dann der „Eisprung abgelesen“ wird.

Wie paradox mitunter bei Kinderwunsch behandelt wird, möchte ich an folgendem Fall kurz schildern. Frau K. kommt zu mir in die Beratung mit dem Wunsch nach einem zweiten Kind.
Zur ersten Schwangerschaft kam es mit Hilfe einer Hormontherapie und einer Insemination.
Im ersten Beratungsgespräch sagte mir Frau K., dass sie unregelmäßige, lange Zyklen habe. Wir erarbeiteten gemeinsam ein kleines Konzept. An erster Stelle standen dabei die sympto- thermalen Zyklusaufzeichnungen nach Prof. Dr. Rötzer. Desweiteren riet ich zur Einnahme von Magnesium (hoch dosiert), um lange Schleimphasen und Blutungen zu verkürzen. Vorteilhaft wäre ebenfalls eine Tee-Therapie mit Himbeerblättertee, um die Follikelreifung zu unterstützen und ein Mönchspfefferextrakt in Tropfenform. All dies unterstützt die Zyklusregulierung ohne in den Hormonhaushalt mit synthetischen Hormonen einzugreifen. Nach ersten Zyklusaufzeichnungen (nach Rötzer) wird sehr schnell klar, dass ich in diesem Fall einen Arzt unseres Institutes für Natürliche Empfängnisregelung zu Rate ziehen muss. Die Aufzeichnungen weisen auf einen Progesteronmangel hin, aufgrund sehr kurzer Temperaturhochlagen. Zwischenzeitlich hatte Frau K. noch einen Labortest über ihre Gynäkologin machen lassen. Der Labortest wurde ohne Rücksicht auf die Zyklusphase irgendwann in der ersten Zyklusphase gemacht. Das Ergebnis und die Empfehlungen des Labors an die behandelnde Frauenärztin haben mir „die Haare zu Berge stehen lassen“. Laut Labortest hatte Frau K. einen leicht erhöhten Testosteronspiegel, der mit der Pille Valette über 2-3 Zyklen, wegen der antiandrogenen Wirkung, behoben werden sollte. Danach riet das Labor zu einer Hormontherapie. Bei Kinderwunsch eine Anti-Baby-Pille zu verabreichen ist in einem solchen Fall völlig kontraproduktiv. Eine Frau, die meine Beratungsstelle noch nicht gefunden hat, würde diese Therapie mit Hilfe der Frauenärztin wohl ohne zu zögern annehmen. Da frage ich mich schon, was in der Gynäkologie für eigenartige Wege beschritten werden. Der mich unterstützende Arzt (Mitglied des Institutes für Nat. Empf.) hat anhand der Zyklusaufzeichnungen und anhand eines von ihm erstellten Fragebogens eine andere Vorgehensweise vorgeschlagen. Der Progesteronmangel hatte sich bestätigt (was bei der Vorgeschichte von Frau K. kein Wunder war). In einem solchen Fall ist es der Frau und der Sachlage zuträglicher anders vorzugehen. Mit Hilfe von natürlichem Progesteron (einer Salbe/Gel, die/das aus naturidentischem Progesteron hergestellt wurde) transdermal in geringen Dosen aufgetragen, ist Frau K. mehr geholfen, als die „Therapie“ der Schulmedizin bringen würde. Es ist im Falle eines Kinderwunsches immer wichtig, dass die Frau mithilft, in Eigenverantwortung handelt und selbst bestimmt, wie es zur Gesundung ihres Körpers kommt. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Gynäkologie den Frauen das „Heft des Handelns“ und die Eigenverantwortung allzu gern aus der Hand nimmt und letztendlich die Frauen diese Behandlungen eher über sich ergehen lassen, als selbst aktiv zu werden. Deshalb wäre es dem Kinderwunsch zuträglicher, die Frauen um sympto-thermale Aufzeichnungen zu bitten und den Paaren zu raten, die Zeit mit der Absonderung des Zervixschleimes zur Realisierung des Kinderwunsches zu nutzen. Es müsste doch den Medizinern möglich sein, die Frau in einem kurzen anleitenden Gespräch darauf aufmerksam zu machen. Frauen, die ich beraten und angeleitet habe (ohne größeren Zeitaufwand) haben mir alle berichtet, dass sie den Zervixschleim gut beobachten konnten.

Ein weiteres Feld der gynäkologischen „Fehlbehandlung“ ist die Stillzeit. Seit einigen Jahren ist es zur Gewohnheit geworden, den Frauen hormonelle Verhütungsmittel aufzuschwatzen. Als „besonders geeignet“ für die Zeit nach der Entbindung (ab der 6. Woche), und egal ob eine Frau sich für das volle Stillen entschieden hat oder nur teilweise stillt, die Minipille oder die Drei-Monatsspritze. Dazu möchte ich aus älterer Literatur zitieren: „Folgende Gründe können mitsprechen, wenn der Arzt grundsätzlich von der Pillen-Einnahme abrät: … dazu gehören: Schwangerschaft und Stillperiode.“ („Empfängnisverhütung“ von Chris Stadtlaender, 2. Auflage 1990, Verlagsunion Erich Pabel – Arthur Moewig KG, Rastatt, Seite 33 ff). Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre war es noch nicht gängige Praxis so leichtfertig mit synthetischen Hormonen in der Stillzeit zu jonglieren. Im Gegensatz dazu sieht heute die Verschreibungspraxis anders aus. Nur sehr selten, und dann als bewusste Entscheidung der Frau, treffe ich stillende Mütter, die keine Hormone während der Stillzeit nehmen. Es ist eine wissenschaftliche Tatsache, dass die künstlichen Hormone der Minipille und der Drei-Monatsspritze in die Muttermilch übergehen. Die Frauen werden mit der Aussage geködert, dass es nur ganz geringe Mengen seien. Dabei stellt niemand die Frage, was diese „geringen Mengen“ für den Säugling bedeuten. Mittlerweile gibt es kritische Stimmen von Fachleuten, die verschiedene Erkrankungen bei Vorschul- und Grundschulkindern den synthetischen Hormonen, die in der Stillzeit über die Muttermilch das Kind erreichten, zuordnen. Es handelt sich um Erkrankungen wie eingeschränkte kognitive Leistungsfähigkeit, mangelnde grob- und feinmotorische Bewegungskoordination, Gleichgewichtsstörungen, Seitigkeitsprobleme, Hyperaktivität und Lern- und Rechtschreibschwierigkeiten. Mit anderen Worten, wir schädigen unsere Nachkommenschaft bewusst und nehmen Erkrankungen unserer Kinder in Kauf: a) der Bequemlichkeit wegen und b) des Profits wegen. Die Sprachmanipulation geht so gar so weit, dass ich immer wieder gefragt werde, ob denn die Minipille und Drei-Monatsspritze nicht extra für die Stillzeit entwickelt worden sind. Bezeichnungen wie „Stillzeitpille“ und „Stillzeitspritze“ sind den Frauen vertraute Terminologien. Zu Beginn dieses Jahres habe ich eine Frau getroffen, die ebenfalls ihr Kind voll stillte und die Hormonspirale Mirena trug. Die Spirale wurde ihr 6 Wochen nach der Entbindung eingesetzt. Es ist für mich erschreckend wie weit die Profitgier mancher Leute geht.

Aus Erfahrung und aus den Berichten der Klientinnen darf ich sagen, dass das Zyklusgeschehen leider viel zu wenig Beachtung findet im gesamten fruchtbaren Leben der Frauen. Das hervorragende und medizinisch wertvolle Archiv von Prof. Dr. Rötzer, zusammen getragen in über 50 Jahren Arbeit mit der Natürlichen Empfängnisregelung, findet keine Beachtung. Es ist schreckend wie wenig von der Verschiebung des Ovulationstermins, von kurzen und langen biphasischen Zyklen, ebenso von Zyklen des jungen Mädchens in der Gynäkologie bekannt ist. Als ich selbst 1987 zum ersten Mal das Buch von Prof. Dr. Rötzer „Natürliche Geburten- regelung“ (heute „Natürliche Empfängnisregelung“) lesen durfte, habe ich wohl sehr schnell erkannt, dass es ein Buch war, das von mir, von meinen körperlichen Vorgängen handelte, die auch mir bis dahin weder bekannt noch bewusst waren. Meine ersten Zyklusaufzeichnungen waren sicherlich noch nicht ganz im Sinne von Prof. Dr. Rötzer. Das lag auch daran, dass ich dieses Buch nicht selbst besessen habe und ich es sehr bald einer anderen Frau weitergeben musste, die es ebenfalls gern lesen wollte. Aufmerksamen LeserInnen wird aufgefallen sein, dass 1987 noch die ehemalige DDR bestand und wir nicht einfach in eine Buchhandlung gehen konnten, wo das Buch zum Verkauf stand. Prof. Dr. Rötzer hat in dieser Zeit schnell erkannt, dass unproblematisches Handeln nötig war und so kam es, dass er österreichische Ehepaare aus seinen Kursen bat, einer Familie in der DDR ein solches, für uns kostbares Buch, einfach zu schenken. Mein Mann und ich bekamen dann das Buch von einer jungen Familie aus Oberösterreich geschenkt. Die innige Freundschaft mit dem Ehepaar besteht bis heute noch. Ich fand die Natürliche Empfängnisregelung damals und heute als eine absolut lebbare und für meinen Mann und mich spannende Sache. Wir haben erkannt, dass ein großes Potenzial Unabhängigkeit, Eigenverantwortung und Schöpferwillen in dieser „Methode“ steckt. Als evangelische Christen war und ist uns der Aspekt der Schöpfungsordnung besonders wichtig.

Drei Jahre nach der Wende (1992) lud Prof. Rötzer mich ein, an einer Intensivausbildung mit Zertifikatsabschluss teilzunehmen. Ich nahm die Einladung gern an und mir war klar, dass ich das Wissen um die Natürliche Empfängnisregelung nicht allein für mich behalten, sondern anderen Frauen unbedingt weitergeben wollte.
Nach Beendigung der Ausbildung und Erhalt des Zertifikates von Prof. Rötzer begann ich mit dem Beratungsdienst. Mitte der 90ziger Jahre kamen die Grundkurse hinzu, denn ich hatte erkannt, dass einige Frauen mehr wissen wollten als in einem Beratungsgespräch möglich war. Während meiner ausführlichen Grundkurse über Natürliche Empfängnisregelung kommt es unter den Frauen zu spontanen Aussprüchen, wie: „Hätte ich das bloß früher schon gewusst…“ oder: „Was kann ich denn noch alles falsch machen…“. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass die Frauen mehr über den natürlichen Verlauf ihres Zyklus hören wollen. Oft ist es sogar so, dass mir ein Zusatztermin zum Grundkurs „abgerungen“ wird. Dies zeigt mir, dass ein großer Bedarf unter der Bevölkerung nach „Aufklärung“ vorhanden ist. Ein interessantes Thema ist dabei immer wieder die Errechnung des Geburtstermins. Nach Erkenntnissen der Natürlichen Empfängnisregelung ist es möglich, den Entbindungstermin nach dem Empfängnistermin viel genauer bestimmen zu können, als es der Schulmedizin möglich ist, denn diese geht ja von der letzten Blutung aus. Und auch in diesem Feld stellt sich mir die Frage, warum bei Frauen, die ihren Empfängnistermin mit Hilfe der Zyklusaufzeichnungen genau bestimmen können, diese Tatsache einfach vom Tisch gewischt wird und den Frauen die Kompetenz für ihren Zyklus einfach abgesprochen wird.

Die Gynäkologen können sich einfach nicht vorstellen, dass eine Frau auch sehr spät im Zyklus schwanger werden kann. Im Institut für NER liegen Zyklen vor, nach dem die Frau erst nach dem 25. Zyklustag (und später) schwanger geworden ist. Bei einem entsprechend langen Zyklus ist das nicht ungewöhnlich. Da meine dritte Schwangerschaft in einem längeren Zyklus spät eingetreten war, kann ich auch ein „Lied davon singen“, welche Anstrengungen es gekostet hat beim „Kampf“ um den Entbindungstermin nach der Empfängnis. Andere negative Seiten zieht die falsche Berechnung des Geburtstermins ebenfalls nach sich. Mein Kind war während der Schwangerschaft immer zu klein. Für mich logisch, da es nach Berechnungen der Gynäkologin noch gar nicht da war. Die Differenz zwischen dem Termin von der Blutung ausgehend und dem tatsächlichen Empfängnistermin sind mir bis zur Geburt zum Verhängnis geworden. Leider begegnen mir diese Verwirrungen um den Entbindungstermin in den Beratungsgesprächen immer noch. Die schwangeren Frauen berichten mir (im Jahr 2008), dass mancher Gynäkologe auf den Termin nach der letzten Blutung bestanden hat. Im Falle von Frau L. hat sich das so abgespielt. Frau L. wurde am 20. Zyklustag schwanger. Im Beratungsgespräch berechneten wir den Entbindungstermin nach dem Empfängnistermin, so dass der 01.07.06 zustande kam. Nach der gynäkologischen Untersuchung bestand der Gynäkologe auf den Entbindungstermin nach der letzten Blutung und das war voraussichtlich der 25.06.2006. Frau L. rief mich Mitte Juli an und berichtete mir mit einem Lachen in der Stimme, dass ihr Söhnchen genau am 01.07.06 geboren worden war. Ich glaube es kommt nicht so sehr darauf an, dass ein Kind genau an dem errechneten Entbindungstermin ankommt. Es ist viel wichtiger, dass die Frauen ein Gespür dafür haben, ob etwas richtig ist oder nicht. Besonders, wenn es sich um so frauenspezifische Lebenslagen wie Schwangerschaft und Geburt handelt. Das so genannte „Bauchgefühl“ der Frauen ist in meiner Beratungsarbeit wichtig und ich ermutige die Klientinnen darin, auf ihr „Bauchgefühl“ zu hören. Sie sollen ja für ihren Körper ein Gefühl, eine Kompetenz entwickeln.

Ein weiterer Aspekt meiner Erfahrungen im Beratungsdienst sind Frauen in den Frühwechsel- jahren und Wechseljahren sowie Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch. In der Zeit der Frühwechseljahre bis hinein in die Wechseljahre werden Frauen immer wieder Hormontherapien angepriesen. Es scheint gar nichts anderes zu geben als (künstliche) Hormone. Dabei entsteht bei mir der Eindruck, dass die meisten Gynäkologen den Unterschied zwischen natürlichen/ naturidentischen und künstlichen, synthetisch hergestellten Hormonen gar nicht kennen oder nicht kennen wollen.

Die Frühwechseljahre sind aber auch auf andere Weise ein gynäkologisch (meiner Meinung nach) umstrittenes „Betätigungsfeld“. Dazu ein Fall aus meinem Beratungsdienst. Frau B. hat vor einigen Jahren einen meiner NER-Grundkurse besucht und kennt sich recht gut aus in ihrem Zyklus. Ihrem Gynäkologen, der sie schon über viele Jahre kennt und behandelt, vertraut sie und geht zu Vorsorgeuntersuchungen. 2003 verlor sie bei einem Autounfall ihre älteste Tochter (damals 19 Jahre alt). Dieses Unglück hat Frau B. nicht überwinden können und es zeigten sich erste körperliche Symptome. Der Zyklus wurde unregelmäßig, die Blutungen länger und intensiver. Nach Beratungsterminen bei mir, riet ich zu hoch dosiertem Magnesium. Die Blutungen wurden wieder deutlich kürzen und verloren an Intensität. Trotzdem blieb der Zyklus instabil. Die seelische Belastung durch den Tod der geliebten Tochter wirkt noch heute fort (Welche Mutter kann so einen Verlust schon verwinden?!). Der Frauenarzt von Frau B. kennt die tragische Familiengeschichte. Kürzlich war Frau B. wieder bei ihrem Arzt. Der Zyklus war länger als gewohnt. Der Gynäkologe verschrieb ihr ein blutungsauslösendes Mittel und künstliche Hormone für einen neuen Zyklus. Sie rief mich an und schilderte mir die „Therapie“ ihres Frauenarztes. Dabei hat der gute Mann völlig außer Acht gelassen, dass es, auf Grund des seelischen Zustandes von Frau B., durchaus vorkommen kann, dass es zu einer Verschiebung des Ovulationstermins kommen kann. Das heißt, dass die erste Phase (die Follikelreifungsphase) des Zyklus länger dauern und sich eine kürzere zweite Phase (die Gelbkörperphase) anschließen kann. Der Zyklus ist trotzdem noch biphasisch. In dieser Situation ein blutungsauslösendes Mittel zu geben ist (meiner Erfahrung nach) gar nicht nötig, da sich die Blutung von selbst einstellt. Wichtig wäre es allerdings für die Frau, dass sie Zyklusaufzeichnungen anfertigt und den Zyklusverlauf genau beobachtet. Ich habe eine Frau in Beratung gehabt mit von insgesamt 260 Tagen. Die so genannte Tieflage war der längste Teil des Zyklus, während die anschließende Hochlage verkürzt war. Die Hormone, die Frau B. im folgenden Zyklus nehmen sollte, hatten eine ovulationsauslösende Wirkung. Leider hat der Frauenarzt nicht daran gedacht zu schauen, ob diese naturidentisch sind, falls er den Unterschied überhaupt kennt.

Meine Arbeit lässt sich außerhalb des gynäkologischen Feldes wohl kaum tätigen. Immer wieder begegnen mir Frauen in besonderen Lebenssituationen, die über eine alleinige Zyklusbetrachtung hinausgehen. Zu Beginn meiner Beratungstätigkeit 1993 war dies eher selten. Es gibt trotz der neuesten Studien über massive negative Folgeschäden der hormonellen Verhütungsmittel kaum Frauenärzte und Frauenärztinnen, die auf Hormone verzichten möchten. Und nur sehr wenige Gynäkologen/innen kennen sich mit dem weiblichen Zyklus wirklich aus. Meine Klientinnen fragen mich immer wieder, ob ich nicht einen Gynäkologen/Gynäkologin wüsste, dem/der sie das Zyklusblatt vorlegen können und der/die sich damit auskennt und wenn nötig, eine frauenheilkundliche Therapie unter Einbeziehung des natürlichen Zyklusverlaufes veranlassen könne. Leider muss ich diese Fragen meistens verneinen. Im Osten Deutschlands sind Ärzte sehr dünn gesät und Gynäkologen/innen mit Patientinnen überbelegt. Es ist mit unter fast unmöglich, als „Neue“ eine frauenärztliche Praxis zu finden, die die Frau noch aufnehmen kann. Und bei diesem Engpass an Ärzten und Ärztinnen noch einen Frauenarzt/-ärztin zu finden, die sich mit der Natürlichen Empfängnisregelung auskennt ist schier unmöglich. Die Auswahl eines guten Gynäkologen/in ist auch dann nicht erfolgreich, wenn weite Fahrtstrecken in Kauf genommen werden. Und so sind viele Frauen gezwungen, bei dem Frauenarzt/-ärztin zu bleiben, mit dem sie oft jahrelang unzufrieden waren.
Es wird, meiner Meinung nach, viel zu viel mit Hormonen und Hormontherapien gemacht und außerdem nicht zyklusgerecht therapiert. Einerseits wird die Möglichkeit der Behandlung mit naturidentischen Hormonen kaum beachtet, andererseits wird der natürliche Zyklusverlauf außer Acht gelassen und pauschal nach dem Schema 28-Tage-Zyklus verfahren. Damit wird den Frauen sehr viel Schaden zugefügt und der natürliche Zyklus völlig durcheinander gebracht. Letzter Ausweg sind dann oft Operationen wie Eierstock- und vor allem Gebärmutterentfernungen. Es bleibt wohl auch in Zukunft ein Wunschdenken, dass die Intensivausbildung vom Institut für Natürliche Empfängnisregelung von Prof. Dr. Rötzer an medizinischen Hochschulen, Fakultäten und Universitäten zum Standardprogramm für angehendes Fachpersonal, Hebammen und Mediziner werden sollte.

Ein weiteres erkanntes Problemfeld ist die „Aufklärung“ an Schulen und Einrichtungen. Dabei ist es mitunter egal, ob sich Schulen und Einrichtungen in freier Trägerschaft befinden oder unter staatlicher Obhut sind. Beliebtes Unterrichts- und Zusatzmaterial zu gängigen Schulbüchern und Lehrplänen sind Broschüren der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Wenn man diese Broschüren genauer ansieht, dann kommt man nicht umhin zu fragen, welche „Aufklärung“ unseren Kindern hier zuteil werden soll und welches Ziel mit diesem Material verfolgt wird.
Von mir durch gearbeitetes Material der BZgA für Grundschüler lässt unweigerlich den Schluss zu, dass unsere Grundschüler zu sexbesessenen, lustbetonten und beziehungsunfähigen Jugendlichen und Erwachsenen herangezogen werden sollen. In erschreckender Weise wird auf die Kinderseelen zugegriffen, wo es nur um die eigene Lustbefriedigung geht. Und Eltern lassen diesen Verkauf der Kinderseelen zu, weil „sie zu beschäftigt und überlastet sind“.
Eine 17jährige Gymnasiastin meinte, nachdem sie eine dieser Broschüren für Grundschüler der BZgA gelesen hatte: „Das Büchlein liest sich wie das kranke Gedankengut eines Pädophilen.“

Und doch: Frauen, die Grundkurse für Natürliche Empfängnisregelung besuchten, haben die Dimension und vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten der Natürlichen Empfängnisregelung erkannt. Immer häufiger wurde ich von gerade diesen Müttern gebeten, ihren Töchtern etwas über den Zyklusverlauf und die Empfängnisregelung zu erzählen.
Im Jahr 2002 erarbeitete ich ein Mädchenseminar für Wochenendkurse, legte es Elisabeth Rötzer (Tochter von Prof. Dr. Rötzer) zur Einsicht vor und konnte dann mein erstes Mädchenseminar halten. Dabei stand mir der Biologieunterricht der damals 9. Klassen wieder mal im Weg und es war ein hartes Stück Arbeit die Mädchen von diesem Schema des 28-Tage-Zyklus abzubringen. Der glückliche Umstand, dass meine drei Töchter schon vor der ersten Blutung mit Zyklusaufzeichnungen begonnen hatten, war mir eine große Hilfe. Und so konnte ich den Mädchen zeigen, wie sich ein Zyklus entwickelt und biphasich einspielt bis hin zur ersten echten Menstruation. Vor allem aber konnte ich die Mädchen überzeugen, dass Zyklus-beobachtungen eine sehr spannende Sache sind und viele positive Aspekte deutlich werden.

Im Jahr 2007 habe ich das Mädchenseminar, das ja für Wochenenden konzipiert war, noch einmal überarbeitet und für Ganztagschulen als Nachmittagsangebot erweitert. Jetzt kam eine ganzheitliche Betrachtung der Sexualität in der gesamten Entwicklung von der Pubertät bis zum Erwachsensein hinzu. Es entstand ein umfangreiches sexualpädagogisches Mädchenprojekt, das schuljahresübergreifend und aufbauend auf jede Klassenstufe agiert. Damit war der Weg frei, die Mädchen von der 8. bis zur 12. Klasse zu unterrichten und das Besondere ist, dass es diese Vorgehensweise möglich macht, mit den Jugendlichen in den Abiturklassen den Grundkurs für Natürliche Empfängnisregelung abzuhandeln. So werden die Jugendlichen ein großes Wegstück in ihrer Entwicklung vom Mädchen zur Frau begleitet. Mit diesem Projekt ist es möglich, die Mädchen vom Verhütungsweg abzuhalten und ihnen praktisch ein „Handwerkszeug“ mit auf den Weg zu geben, das es ihnen möglich macht, spätere Beziehung mit Hilfe der Empfängnisregelung lebbar zu machen.

Zum Schluss ist es mir noch einmal überaus wichtig zu sagen, dass ich nur aus meinen Erfahrungen der Beratungstätigkeit, aus Seminar- und Kursleitung Schlüsse gezogen habe und erhebe keinen Anspruch auf vollkommene medizinische Richtigkeit. Worauf ich allerdings Anspruch erhebe, ist die Tatsache, dass ich meinen eigenen Zyklus kenne und dies lässt mich an mancher gynäkologischen Behandlung und Therapie zweifeln. Fachleute wie Dr. Rudolf Ehmann, Dr. Alfred Häußler, Prof. Dr. Reinhold Ortner, Prof. Dr. Roland Süßmuth (und noch einige andere) haben sich intensiv mit Verhütung und Verhütungsmentalität auseinander gesetzt, Publikationen und Bücher geschrieben, die das Ausmaß und das gleichzeitige Dilemma in einer (unserer) Gesellschaft aufzeigen. Sexualität nur als „Konsumgut“ zu betrachten und den Spaßfaktor in den Mittelpunkt zu stellen, ist genau der falsche Weg, wie jeder an den Auswirkungen sehen kann. Es wird immer deutlicher, dass Sexualität und Persönlichkeitsentwicklung nicht voneinander getrennt werden dürfen. Wir sind aufgerufen, unseren Kindern wieder neue, alte Werte über den Sinn der Sexualität und im besonderen Fall den Sinn der Ehe und Familie nahe zubringen.
Es liegt in unserer Hand, besonders in den Händen der Mütter, wie wir unsere Kinder auf dem Gebiet der Sexualethik erziehen wollen. Geben wir unseren Töchtern die Verhütungsmentalität weiter, in dem wir ihnen frühzeitig die Pille zugestehen, oder zeigen wir ihnen einen anderen Lebensweg auf? Der Weg der Natürlichen Empfängnisregelung führt zu einem erfüllten Frauen- leben, an dem unsere Töchter und Söhne teilhaben können, wenn es uns gelingt, ihnen die schöpferische Dimension der Sexualität klarzumachen.

Sonja Fritzsch, Fachberaterin , D-09496 Rübenau, April 2008

 

 
Medizin & Ideologie

Medizin & Ideologie 2/2017